Roggenvollkornbrot ohne Hefe
Als Bäcker lebt man nicht gesund, aber interessant. Und man sieht Dinge, die Andere nicht sehen. Samstagmorgen, vier Uhr in der Früh. Die Straßen dunkel, leer und still. Noch sind keine Vögel zu hören. Auf der Bundesstrasse die ersten Berufsleute unterwegs. Ich steige aus dem Auto, müde, aber noch aufgekratzt von der Nacht. Plötzlich ein Scharren hinter mir, das Geräusch von Krallen auf dem Asphalt. Ein Dachs kommt aus dem Gartentor gegenüber. Der Wald ist nah, die Wiesen des Friedhofs. Trotzdem habe ich noch nie einen Dachs in der Stadt gesehen.Sie scheint nicht gut zu sehen. Jedenfalls läuft sie auf mich zu, bleibt erst zwei Meter entfernt stehen, reckt mißtrauisch die Schnauze in die Höhe. Schaut dann nach links und rechts, läuft über die Strasse und verschwindet in der Einfahrt gegenüber. Die kurze Begegnung zweier Nachtarbeiter. Den Sauerteig ansetzen Vier Stunden später schaue ich mich noch verschlafen in der Küche um. In der Mehlschublade hinten rechts steht seit Wochen eine offene Tüte mit Roggenschrot. Davor eine mit Vollkornmehl. Beide sollten nicht noch länger stehen. Kurz …